Die 4000-jährige Geschichte der Aloe Vera

Aloe Vera ist seit jeher für ihre heilenden Eigenschaften bekannt. Zeitgenössische Studien haben ihre Wirksamkeit bei verschiedenen Gesundheitszuständen belegt, darunter Gelenkrheuma, hoher Cholesterinspiegel, interstitielle Zystitis/Blasenschmerzsyndrom, nichtbakterielle Prostatitis, chronische Beckenschmerzen, Strahlenverbrennungen, Herzkrankheiten, Zuckerkrankheit und Störungen des Immunsystems. Besonders Menschen mit Zuckerkrankheit wird geraten, ihren Blutzuckerspiegel genau zu überwachen, wenn sie konzentrierte Formen von Aloe Vera verwenden, da diese den Insulinbedarf erheblich senken können.

Die medizinische Anwendung von Aloe Vera wird in der medizinischen Fachliteratur seit über fünf Jahrzehnten unterstützt, wobei ihre Vorteile bereits früher in botanischen und naturheilkundlichen Schriften dokumentiert wurden. Wissenschaftliche Untersuchungen bestätigen die antibakteriellen und pilzhemmenden Eigenschaften der in Aloe Vera enthaltenen Verbindungen. Zahlreiche Studien und Fallberichte belegen zudem ihre Verwendung bei der Behandlung von Strahlen- und Stauungswunden beim Menschen sowie von Verbrennungen und Erfrierungen bei Tiermodellen. Die moderne klinische Anwendung von Aloe Vera begann in den 1930er Jahren, nachdem Berichte über ihre Wirksamkeit bei der Heilung von Röntgen- und Radiumverbrennungen erschienen waren.

Von den Ureinwohnern Amerikas als „Brandpflanze“, „Heilpflanze“ und „die geheimnisvolle Pflanze“ angesehen, wurden die medizinischen Anwendungen von Aloe Vera hoch geschätzt. Historische Aufzeichnungen zeigen, dass Aristoteles Alexander dem Großen empfahl, die Insel Socotra zu erobern, um Aloe Vera zur Behandlung von Soldatenwunden zu beschaffen. Alte Heilkundige verschrieben sie bei einer Vielzahl von Beschwerden. Sumerische Tontafeln aus etwa 1750 v. Chr. und frühere Darstellungen aus dem Jahr 4000 v. Chr. zeigen ihre medizinische Verwendung. Die Ägypter verehrten sie als „Pflanze der Unsterblichkeit“, und um 1500 v. Chr. beschrieb der Papyrus Ebers Behandlungen mit Aloe Vera für verschiedene Leiden. Ihre Anwendung verbreitete sich bis zum Persischen Reich um 600 v. Chr. und beeinflusste die Heilkunst in der arabischen Welt und Indien.

Mehr über Aloe Vera – Die Pflanze

Aloe Vera, wissenschaftlich bekannt als *Aloe barbadensis miller*, ist eine sukkulente Pflanzenart aus der Gattung *Aloe*. Sie wächst reichlich in tropischen, halbtropischen und trockenen Klimazonen weltweit. Charakteristisch sind ihre dicken, fleischigen Blätter, die ein klares Gel enthalten; dieses Gel wird am häufigsten mit den heilenden Eigenschaften der Pflanze in Verbindung gebracht. Die Blätter der Aloe-Vera-Pflanze sind mit kleinen Zähnchen gesäumt und können eine Länge von 30 bis 48 Zentimetern erreichen. Die Pflanze selbst ist dürretolerant, was sie sowohl für medizinische als auch landwirtschaftliche Zwecke beliebt macht.

Die therapeutischen Vorteile des Aloe-Vera-Gels beruhen auf seiner reichen Zusammensetzung aus Vitaminen, Mineralstoffen, Aminosäuren und Antioxidantien. Es enthält wichtige Vitamine wie Vitamin A (Beta-Carotin), C und E, die als Antioxidantien wirken. Außerdem sind Vitamin B12, Folsäure und Cholin enthalten. Zu den Mineralstoffen in Aloe Vera zählen Kalzium, Chrom, Kupfer, Selen, Magnesium, Mangan, Kalium, Natrium und Zink. Diese Verbindungen tragen zu den entzündungshemmenden, keimtötenden und virushemmenden Eigenschaften der Pflanze bei, wodurch sie wirksam bei der Wundheilung und der Behandlung verschiedener Hautleiden ist.

Das klare Gel in den Aloe-Vera-Blättern wird für verschiedene Zwecke gewonnen, darunter Hautpflegeprodukte, Nahrungsergänzungsmittel und pflanzliche Heilmittel. Dieses Gel enthält über 75 potenziell wirksame Bestandteile, darunter Vitamine, Enzyme, Mineralstoffe, Zucker, Lignin, Seifenstoffe, Salicylsäuren und Aminosäuren. Unter diesen spielen die Polysaccharide im Aloe-Vera-Gel eine Schlüsselrolle bei dessen feuchtigkeitsspendender, heilender und entzündungshemmender Wirkung. Zudem unterstützt Acemannan, ein bedeutendes Polysaccharid, die Funktion des Immunsystems und besitzt virushemmende Fähigkeiten.

Wissenschaftlich betrachtet beruht die Wirkung von Aloe Vera auf der Haut und bei der Heilung von Verbrennungen auf ihrer Fähigkeit, die Kollagensynthese und Hauterneuerung zu fördern. Die Anwendung bei Verbrennungen verkürzt nicht nur die Heilungszeit, sondern verringert auch Narbenbildung, indem sie die Hautelastizität und -festigkeit verbessert. Diese regenerierende Fähigkeit erstreckt sich auch auf die Behandlung von Erfrierungen, Schuppenflechte und Fieberbläschen, was das vielseitige therapeutische Potenzial der Pflanze zeigt.

Über die äußerliche Anwendung hinaus wird Aloe Vera auch in verschiedenen Formen eingenommen, darunter als Saft, der für seine verdauungsfördernden, entgiftenden und das Abwehrsystem stärkenden Eigenschaften geschätzt wird. Die Einnahme von Aloe Vera erfordert jedoch Vorsicht wegen möglicher Nebenwirkungen, darunter Magen-Darm-Beschwerden und mögliche Wechselwirkungen mit Arzneimitteln. Die Wirksamkeit von Aloe Vera, sowohl äußerlich als auch innerlich, unterstreicht ihre Bedeutung in der traditionellen und modernen Heilkunde als natürliche, ergänzende Behandlungsmöglichkeit für ein breites Spektrum an Beschwerden.